Gerd Kittel

In seinen freien Arbeiten hat sich Gerd Kittel immer fotografischen Aufgaben im Bereich der Architektur gewidmet. Schon zu Beginn seiner Karriere, in den international verlegten Bildbänden „Southwest - USA“ und „ A New England Autumn“, richtete er seinen Blick in besonderer Weise auf die amerikanische Straßenarchitektur. In weiteren Publikationen schilderte er den Amerikanischen Diner als aussterbende Gattung des American Way of Life und auch seine Fotografien über die Route 66 zeigten, dass für ihn die Betrachtung von Architektur mit einer Suche nach gesellschaftlichen Befindlichkeiten zusammenfällt. In „Cheap Thrills - American Places“, einem Ausstellungsprojekt in Zusammenarbeit mit dem Museum für Moderne Kunst, Frankfurt, vertiefte er seine Auseinandersetzung mit der amerikanischen Alltagskultur, die ihn dann auch nach London brachte. In dem Buch „American Affair - The Americanisation of Britain“, begleitend zu einer britischen TV Serie, verantwortete er die Fotografie.

Später folgten publizierte Foto-Essays, u. a. zur Entstehung der Großplastik „Inverted Collar and Tie“ von Claas Oldenburg und Coosje van Bruggen. Auch die Frankfurter Hochhausarchitektur bedachte er mit einem Bildband. In Kooperation mit dem Deutschen Architekturmuseum, Frankfurt, realisierte er Buch und Ausstellung zum Werk Pfieffewiesen der B. Braun Melsungen AG von James Sterling. Eine Publikation und Installation im Museum Ostwall, Dortmund, erinnerte an das Dortmunder Gesundheitshaus von Will Schwarz, einem beispielhaften Bau der 50er Jahre. Zuletzt, in einer umfangreichen Studie des Deutschen Werkbunds Hessen über den neugebauten Frankfurter Stadtteil Riedberg, beschäftigte er sich ausführlich mit der zeitgenössischen Deutschen Wohnarchitektur. Im letzten Jahr führten ihn Recherchen zur Architektur der Moderne nach Italien und Tel Aviv. In Tel Aviv entstanden im Herbst 2018 die in der F.A.Z. Selection präsentierten Fotografien.

 

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